Verfasst von: bocianflo | August 13, 2008

Heidepokal in Roitzschjora

Das Feld steht auf dem Grid und wartet auf den Start

Das Feld steht auf dem Grid und wartet auf den Start

Am 23.07.2008 war es wieder soweit, der Heidepokal fand zum 15. mal in Roitzschjora, nördlich Leipzig, statt. Dazu kamen 113Piloten aus Deutschland, Russland und den Niederlanden, um sich mit anderen zu messen. Auch die UniBwM war durch zwei Piloten vertreten. Das Ziel der Piloten der einzelnen Klassen, war die Qualifikation für die Deutsche Segelflugmeisterschaft 2009. Jede Klasse war mit knapp 30 Piloten besetzt, von denen sich pro Klasse zum Teil nur 5 Piloten Qualifizieren konnten.

22.07.2008 war der Trainingstag, nach langem Warten auf Wetterbesserung ging es um 14:00Uhr noch los. Es wurde eine Probeaufgabe geflogen um das Wettbewerbsgebiet kennen zu lernen. Ebenso galt es sich nochmal mit seinen Teampartner genau abzusprechen und die Taktik für die Folgetage klar zustellen.

24.07.2008 neutralisiert (heißt, es war keine fliegbare Wetterlage gegeben)

25.07.2008 neutralisiert

26.07.2008 stand der erste Wertungstag an. Die Aufgabe war gesetzt und die Wendepunkte für die Clubklasse

Teamflug FG und DB

Teamflug FG und DB

lauteten: Fünfeichen (bei Eisenhüttenstatt) Neuhausen (südlich Cottbus) und wieder zurück nach Roitzschjora, die Aufgabenlänge betrug 343km. Der Aufgabentyp war eine Racingaufgabe, sprich wer von dem Start bis zur Ziellinie am schnellsten ist hat gewonnen. Das Wetter konnte durchwachsener nicht sein. Wir entschlossen uns eher etwas später abzufliegen und auf die richtige „Hammerthermik“ zwischen 15:00 bis 17:00 Uhr zu warten. Der Abflug erfolgte um 13:21. Über dem Militärflugplatz in Holzdorf bildete sich eine Wolkenstraße, welche sich über 20km hinzog. Ohne einen Meter Höhenverlust konnten wir (OLt Tobias Werner und Lt Florian Gille) darunter, relativ schnell, entlang gleiten. Nach der Wolkenstraße folgte ein, für diese Gegend unüblich, wolkenloser Abschnitt. Aufgrund dieser Wetterentwicklung mussten wir die Geschwindigkeit etwas zurücknehmen. Wir konnten auch über Berlin und an der Grenze nach Polen die ersten Gewitterentwicklungen sehen, in die wir genau hineinfliegen mussten, um die erste Wende bei Eisenhüttenstadt zu erreichen. So kam es dazu, dass wir relativ große Umwege fliegen mussten, um nicht in die Schauer zu fliegen. Nach dem wir uns über dem Spreewald nur noch 300m über Grund befanden, bekamen wir wieder Anschluss an gute Thermik. Allerdings dauerte der Aufstieg in die Höhe einige Zeit und wir mussten feststellen, wie ein Teil der anderen Piloten über uns hinweg glitt. Der Weg zwischen der ersten und der zweiten Wende war relativ gut zu fliegen. Der Weg nach Hause bereitete uns jedoch sorgen, da sich von Süden ein Gewitter rasch in unsere Richtung bewegte. Wir schafften es dennoch, die ausreichende Höhe für den Endanflug zu erreichen und konnten beobachten wie 5km neben uns die Blitze einschlugen. Aus 70km Entfernung begannen wir unseren Endanflug aus einer Höhe von 2300m und mit einem kräftigen Rückenwind von 30km/h war das kein Problem. Der Tag lief für uns wie erhofft und wir landeten im Mittelfeld auf den Plätzen 15(Florian Gille) und 16(Tobias Werner).

27.07.2008 der Tag wurde von der Wettbewerbsleitung als sehr gut angesehen und so wurde eine Aufgabe über die Distanz von 382km ausgeschrieben. Es ging von Roitzschjora nach Osten an die polnische Grenze der Wendepunkt war Boxberg danach Richtung Westen nach Zerbst und wieder zurück nach Roitzschjora. Den Zeitpunkt die Startlinie zu überqueren wählten wir dies mal eher spät. Der Weg bis zum ersten Wendepunkt war durch einen eher Wolkenlosen Himmel geprägt. Nach der ersten Wende trafen wir auf zwei erfahrene Piloten, an die wir uns dranhängten. Durch diesen Umstand gelang es uns die Entfernung von 179km zwischen den beiden Wenden in nur 1Stund und 37min zurück zulegen. Schon vor der letzten Wende in Zerbst hatten wir ausreichend Höhe um bis zum Ziel ohne einen Thermikkreis aus zukommen. Und somit gelang es uns die Strecke in nur 4Stunden zu umrunden, die Durchschnittsgschwindigkeit lag bei über 94 Km/h. Das Bescherte uns den Tagesplatz 4(Florian Gille) und 8(Tobias Werner).

28.07.2008 führte uns von Roitzschjora nach Bronkow von da aus zur ehemaligen Cargolifterhalle und von dort ging es nach Tangerhütte um dann wieder nach Roitzschjora zurück zufliegen. Wir entschlossen uns für einen frühen Abflug und hatten somit das Problem, dass wir niemanden vor uns hatten, der uns eventuelle Steigen anzeigen konnte. Da der Tag recht wolkenlos begann, wurde der Weg bis zu ersten Wende sehr komplex und Nervenaufreibend. Auch bis zur zweiten Wende war keine Besserung in Sicht. Allerdings ging danach das Hammerwetter auf dem Fläming los und so wurden wir mit steigen von bis zu 4m/s belohnt. An der dritten Wende dann haben wir uns beide verbastelt und wertvolle Zeit verschenkt. Allerdings konnten wir den Tag dann doch noch mit dem 10(Florian Gille) und dem 13(Tobias Werner) Platz beenden.

29.07.2008 die Strecke ging über Jüterbog nach Lieberose und führte über Schwarzheide nach Roitzschjora zurück. Unsere Taktik diesen Tag spät abfliegen und dem Feld hinterher fliegen. Das klappte auch bereits an der ersten Wende hatten wir das Hauptfeld eingeholt. Darüberhinaus setzten wir darauf einen Vorsprung auf zu bauen, was auch klappte. Wir sind den Weg bis zur zweiten Wende, welcher mit hervorragenden Steigwerten von über 5m/s besetzt war, vor dem Feld geflogen und haben es geschafft bis zur dritte Wende eine bessere Linie zu fliegen als der Rest des Feldes. Somit gelang es uns weitere Konkurrenten einzuholen. Allerding machten wir auf dem Rückweg nach Roitzschjora einen kleinen Fehler. Das Hauptfeld konnte wieder aufschließen. Kurz vor der Elbe bei Torgau kurbelten 20 Segler die letzte Thermik, vor dem Endanflug. Das Steigen war sehr gut und es ging nur darum, wer wird die Thermik als erster verlassen um mit dem Endanflug zu beginnen. Alle belauerten sich bis RG (LS1f – gesamt Zweiter) abflog, wir setzten nach. Doch RG erhöhte stark die Geschwindigkeit, welche wir nicht halten konnten oder wollten. Als uns dann auf gleicher Höhe eine ASW15 überholen wollte, stachen wir auf 170km/h an bis 10km vor der Wende wo wir die Geschwindigkeit bis auf 220km/h erhöhten, um dann über die Ziellinie zu fliegen. Diesen Tag erzielten wir die höchsten Schnittgeschwindigkeiten mit 100km/h allerdings warf uns unser Index auf die Plätze 5(Florian Gille) und 6(Tobias Werner) zurück. RG, welcher als erster zum Endanflug ansetzte flog zu schnell vor und musste vor der Ziellinie die Geschwindigkeit rausnehmen, weil er zu tief war. Er wurde kurz vor dem Ziel vom gesamten Feld überholt.

30.07.2008 ein Basteltag war angesetzt. Schlechte Thermik, durchwachsenes Wetter, jede Menge Schauer und eine niedrige Flughöhe. Diesen Tag wurde eine SAA (Um die Wendepunkte werden Kreise gesetzt um die 20-30km Durchmesser. Dieser Kreis muss nur berührt werden um die Wende zu nehmen und man muss mindestens 3 Stunden fliegen. Aus der Strecke und der Zeit wird dann eine Schnittgeschwindigkeit errechnet.) mit einer minimalen Wertungszeit von 3 Stunden geflogen. Wendepunkte waren südlich Köthen, Sömmerda, Ballenstedt und zurück. Es konnte eine Strecke von 198km bis 379km zurückgelegt werden. Wir flogen wieder spät ab. Haben dann unter Anstrengungen den ersten Wendepunkt vollständig ausgeflogen. Richtung zweiter Wende war alles dicht (grauer Himmel und keine Thermik), wir nahmen die Geschwindigkeit komplett auf 90km/h zurück und erreichten gerade so noch den Kyffhäuserhang. Zu unserem Glück, strahlte kurz vor unsere Ankunft Sonne auf den Hang und wir wurden mit einer schwachen Thermik belohnt, die uns von 230m über Grund auf 1200m brachte. Während des Kreisens hatten wir den zweiten Sektor berührt. Und entschlossen uns, nicht dem gut aussehendem Wetter in einer thermisch schlechten Gegend zu folgen um noch Kilometer zu machen, sondern gleich Richtung Ballenstedt zu fliegen. Im Harz hatten wir wieder nur eine Höhe von 180m über Grund und bereiteten uns schon auf eine Außenlandung vor. Doch 3 Windräder, welche wir anflogen, bescherten uns die erhoffte Ablösung. Die Thermik an diesem Tag war in diesem Gebiet sehr Warmluftgestört und somit dreieckig. Wir quälten uns durch den Harz, um dann südlich von Aschersleben wieder eine gute Wolkenthermik nutzen zu können. Der Weg nach Hause war dies mal nicht so leicht wie sonst, sondern erforderte viel Geduld. Nach der Landung und einigen Gesprächen erfuhren wir, dass einige Piloten Richtung Erfurt unterwegs waren und dort sehr gute Bedingungen antrafen. Somit liefe der Tage eher mäßig für uns und wir mussten uns mit den Plätzen 18(Tobias Werner) und 19(Florian Gille) zufrieden geben. Allerdings war das nicht ganz so schlimm für die Wertung, denn alle Piloten die vor uns in der Wertung standen, hatten gleiche Fehler begangen und an diesem Tag haben Andere gewonnen.

31.07.2008 „Der Hammertag“

Der Tag wurde in der Wetterprognose eher als mäßig beschrieben und somit wurden wir mit einer eher kleineren Aufgabe vertraut. Es ging zuerst nach Finsterwalde dann wieder zur ehemaligen Cargolifterhalle nach Brand und dann nach Grözke was zwischen der A2 und der A9 liegt. Wir hatten uns entschlossen das Feld zu beobachten und wollten dann spät abfliegen. Das führten wir auch so durch. Wir flogen dem Feld gut 3-4min hinterher. Beim ersten Kreisen hatten wir schon die ersten eingeholt und flogen einfach weiter. Zur ersten Wende führte eine Wolkenstraße genau bis zum Wendepunkt unter der wir Steigen von über 5m/s im Geradeausflug mitgenommen haben, hier zu kreisen hätte nichts gebracht denn wir waren am Ende der Wolken auf der selben Höhe wie beim Abflug hatten aber 60km zurückgelegt. Nach der Wende tat sich wieder wolkenloser Himmel über uns auf. Wir konnten die Anderen beobachten, wie sie eher links vom Kurs flogen. Wir entschieden uns eher rechts vom zu fliegen, da wir sehr starken Wind von rechts hatten. Mit Erfolg hatten wir eine bessere Linie gefunden als der Rest des Feldes und holten das Feld am zweiten Wendepunkt ein. Dort konnten wir eine Thermik nutzen die vom Einstieg bis zum Ausstieg mit 5,4m/s nach oben schoss und Steigwerte von bis zu 7m/s anzeigte. Wir beendeten die Thermik bereits 300m unter ihrem Ende, da neben uns der Luftraum von Berlin war und wir wollten auf Grund der besseren Optik darunter bleiben. Wir flogen vor und durch das starke Steigen mussten wir die Geschwindigkeit auf 230km/h über Grund erhöhen, um nicht von der Thermik in den Luftraum gezogen zu werden (bei Luftraumberührung bekommt man für diesen Tag 0 Punkte und landet auf dem letzten Platz). Auf den 95km bis zur Wende kreisten wir nur einmal, benötigten nur 41Minuten und erflogen eine Schnittgeschwindigkeit 137km/h auf diesem Teilstück. Der Endanflug erfolgte eben so schnell. Der Tag war mit einer Schnittgeschwindigkeit von 114km/h in der Clubklasse einer der schnellsten überhaupt. Wir erreichten an diesem Tag die Plätze 1(Florian Gille) und 3(Tobias Werner).

Die Tage 01.08.2008 und 02.08.2008 wurden auf Grund des schlechten Wetters ebenfalls neutralisiert.

In der Gesamtwertung erreichten wir die Plätz 6 (Florian Gille) und 7(Tobias Werner). Wir beide hoffen jetzt auf zwei Nachrückerplätze für die Deutsche Meisterschaft im Segelflug 2009, da ein Qualifikationsplatz nur bis zum 5 Platz vergeben wurde.

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