Verfasst von: segelfluggruppe | April 23, 2008

Flugbericht vom Fluglager 2008 in Slowenien

Das Alpenfliegen ist eines der imposantesten und beeindruckensten Erlebnisse beim Segelfliegen.Mitte April diesen Jahres hat es fünf Piloten mit ihren Segelflugzeugen aus den Vereinen
AC Zwickau, AC Ballenstedt und des LV Reutlingen in ein Fluglager nach Slowenien verschlagen.

Nach 750 Kilometern Fahrt lag er endlich vor uns: der Stol (Hochstuhl). Der größte Berg der Karawanken im nördlichen Slowenien. Eine über hunderte Meter schroff abfallende Felswand des Bergmassivs, das den Mittelpunkt der Karawanken bildet. Wie mit Puderzucker bestreut blinkt uns die schneebedeckte Spitze entgegen, denn es war kalt in letzter Zeit. Am Fuß dieses Berges liegt der Flugplatz Lesce-Bled, unser Ausgangspunkt für die kommenden Tage.
Das Quartier ist schnell bezogen und der Abend ist kurz, alle sind froh nun endlich hier zu sein, aber müde von der Fahrerei. Leider hat es am ersten Tag geregnet, so haben wir uns aufgemacht die Landschaft zu erkunden. Zuerst den Kurort Bled mit der wunderschönen Burg direkt über dem Bleder See gelegen.

Am folgen Morgen wurden die Flugzeuge bei herrlichem Wetter aus dem Anhänger gezogen und montiert. Die meisten von uns warten ungeduldig auf ihren ersten Flug in den Bergen überhaupt und so üben wir uns bei einem Checkflug mit slowenischem Fluglehrer.
Dann geht es endlich los: Der Motor des Schleppflugzeuges wird laut, wir dahinter.
Der Schleppzug geht direkt in Richtung Berge und wir folgen jeder Bewegung des Schleppflugzeuges immer höher und höher. Nachdem wir auf diese Weise rund 800 Höhenmeter erreicht haben, klinken wir uns aus. Jetzt sind wir auf uns gestellt, müssen selbst Aufwinde finden um weiter in die Höhe zu kommen.

Heute steht der Südwind direkt auf den Hang und so fliegen wir im Geradeausflug die Karawanken von West nach Ost auf und ab, 180 km ohne einen Kreis machen zu müssen, einfach nur im Aufwindfeld der Berge dahingleiten. Eine beeindruckende Kulisse mit ebenso beeindruckenden Perspektiven, denn der Flug erfolgt in ungewohnter Nähe zum Berg und zu den Felsen. Der Blick, der sich uns bietet, ist überwältigend.
Berge, Täler, Felder, Ortschaften und Wälder, alles breitet sich förmlich vor uns aus.

Der Wind bläst aus Nord und wir haben die Möglichkeit am zweiten Tage in der Leewelle zu fliegen. Leewellen entstehen auf der windabgewandten Seite eines Berges, ähnlich wie Wellen auf dem Wasser wie sie z.B. Surfer nutzen. Auch hier lässt sich wunderbar und sanft mit einem Segelflugzeug fliegen, hat man einmal die unteren Luftschichten mit den turbulenten Rotoren überstiegen. Die schneebedeckten Gipfel der Julischen Alpen werden immer deutlicher, die ersten großen Scheehänge und Skigebiete sind nicht mehr fern.
Abends bei gut bürgerlichen Essen sind die Strapazen des Gebirgsfluges allerdings schnell vergessen. Die Flüge der Anderen gingen auch nicht viel weiter in die Alpen hinein aber jeder berichtet von seinen Erlebnissen. Von winkenden Skifahrern, von wandernden Bergsteigern, von behende kletternden Gemsen und majestätisch mitfliegenden Adlern. Einfach fantastisch, dieses lautlose Fliegen!

Am folgenden Morgen lacht uns die Sonne wieder ins Gesicht, heute wird ein richtiger Thermiktag, so wie wir es aus dem „Flachland“ kennen.

Stundenlang genießen wir den herrlichen Blick auf Berge, Wiesen und Täler, auf Felswände und den Stol. Natürlich haben wir alle unsere Digitalkameras dabei und machen genug Fotos, um uns dieses Erlebnis auf ewig festzuhalten.

Die kommenden Tage hatten dann leider nur Regen im Schlepptau, so konnten wir leider nicht mehr fliegen und beschlossen stattdessen zwei Tage früher als geplant abzureisen um in Ruhe die Flugzeuge Richtung Heimat zu bringen und gelassen unserer kommenden Segelflugsaison entgegenzusteuern. Für die ganze Familie und sogar für die „Kleinen“ war das Fluglager wunderschön.

Trotz des mäßigen Wetters absolvierten die Piloten insgesamt 20 Starts und rund 45 Flugstunden. Der weiteste Flug verlief über eine Strecke von knapp 200 Kilometern, die größte erreichte Höhe betrug 3100 Meter. Insgesamt wurden weit über 2000 Kilometer von uns in nur 3 Tagen geflogen, doch eine beachtliche Leistung.
Nette, gastfreundliche Menschen und ein günstiges Preisniveau taten ein Übriges zur guten Stimmung. Für alle Teilnehmer stand am Ende des Fluglagers fest, dass man nicht das letzte Mal in Slowenien war.

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